Sonntag, 24. Januar 2010

Eine einfache Anleitung zum Fanboyismus

Jeder liebt Fanboys und -girls.
Sie sind lustig, unvoreingenommen und umgänglich.
...Halt nein, sind sie nicht. *rolleyes*

Ich für meinen Teil mag sie trotzdem. Ich mag es, mit ihnen zu diskutieren und zu sie beim ausrasten zu beobachten. Deshalb finde ich es auch gut, das es für alles, wovon man Fan sein kann, auch Fanboys und –girls gibt.
Aber wie wird man eigentlich Fanboy oder –girl?

Zuerst einmal braucht man etwas, wovon man Fan ist.
1) Das kann alles, sein... Schauspieler, Sänger, Spiele, Tiere, Filme, Marken... einfach alles eben.
2) Hat man nun etwas gefunden, was man wirklich ganz, ganz, ganz doll mag, sollte man dieses simple "mögen" zu einer möglichst großen Obsession ausbauen. Je mehr man sich da hineinsteigert, desto besser. Im Idealfall ist wirklich alles andere kompletter Mist und nicht mal einen bösen Blick wert.
3) Als nächstes braucht man nun ein paar gewisse Eigenschaften, die ich der Einfachheit halber mal zusammenfasse, da sie sowieso meistens in direktem Zusammenhang stehen, wenn es um Fanboyismus geht. Sturheit, Ausdauer und Belehrungsresistenz. Man darf es einfach nicht müde werden, sein allerheiligstes wider besserer Argumente mit den immer gleichen Begründungen zu verteidigen.

So, dies sind zumindest mal die Grundvoraussetzungen.
Es gibt allerdings noch ein paar Dinge, die durchaus nicht schaden können, wenn man ein Hardcore-Fanboy (oder –girl) sein möchte.
+ Ein Wortschatz wie ein Seemann auf Landgang. Sehr praktisch, weil man dann zum flamen nicht immer nach Schimpfwörtern googeln muss.
+ Eine ganze Horde gleichgesinnter Fanboys/-girls. Zur Unterstützung und weil flamen in Gesellschaft einfach viel eindrucksvoller ist.
+ Temperament. Je mehr man hat, desto schneller und effektiver kann man im Dreieck springen.
Hat man das alles noch zusätzlich, ist man schon ziemlich gut dabei. Verfügt man über noch mehr Mittel, um Ungläubige und Ketzer zu diskreditieren, umso besser. Alles ist erlaubt!

Und wie setzt man all das jetzt richtig ein?
Das kommt praktisch von allein. Am besten sucht man sich eine Community, in der es nicht nur um das eigene Fandom geht. So etwas ist zwar schön, wenn man Streit vermeiden möchte, aber das wollen wir hier ja nicht... viel zu unlustig!
Mag man also z.B. einen bestimmten Anime, ist ein allgemeines Anime-Forum ideal, denn dort gibt es haufenweise andere Fanboys und –girls, mit denen man sich herrlich zoffen kann.
Wenn sich nun jemand erdreistet, anzuzweifeln dass das eigene Fandom das einzig wahre ist, gibt man sofort massiv Kontra.
Das kann man –wenn man so nett sein möchte- erst mal noch im Rahmen einer freundschaftlichen, leicht überheblichen Belehrung tun. Die Qualität der eigenen Argumente spielen hier keine große Rolle. Ein einfaches "Weil's halt so ist!" sollte eigentlich schon jedem Ungläubigen als Argument und zur Bekehrung ausreichen. Hat man bessere Argumente, ist das gut... aber meistens kommt man über dieses Niveau nicht hinaus.
Nun wird der Zweifler in den wenigsten Fällen gleich bekehrt sein, sondern eher eine Diskussion anzetteln.
Achtung: Hier sollte man als Fanboy oder –girl unbedingt darauf achten, sich nicht auf solche Nichtigkeiten wie 'Sachlichkeit' oder 'Nachvollziehbarkeit' einzulassen.
Am besten, man wiederholt einfach immer wieder die gleichen Argumente.
Irgendwann wird der Zweifler jedoch die besseren Karten auf der Hand haben.
Noch mal Achtung: Jetzt darf man sich auf gar keinen Fall eines besseren belehren lassen. Immer schön dran denken, das der Zweifler Unrecht hat und nichts weiß, nichts kann und sowieso total scheiße ist! Und das wäre jetzt auch der ideale Zeitpunkt, ihm das so unhöflich wie möglich zu sagen. (Wohl dem, der jetzt fluchen kann wie ein Kesselflicker!).
Jetzt wäre auch ein schöner Zeitpunkt, um so viele Fanboy/-girl-Freunde wie möglich mit in die Diskussion zu ziehen. Gemeinsam hat man den Störenfried ganz schnell entweder bekehrt oder vertrieben. (Meist eher letzteres.)
Wird die Diskussion beendet –sei es vom Zweifler selbst oder von einem Administrator/Moderator- ohne das ein eindeutiger Gewinner feststeht, oder ohne das bereits geflamed wurde, sollte man sich auf keinen Fall scheuen, die Diskussion im privaten zu beenden. Man schicke dem dreisten Zweifler also private Nachricht oder eine E-Mail. Darin sollte man mit Beschimpfungen nicht geizen. Immerhin hat der Zweifler immer noch überhaupt keine Ahnung von garnix!

Dies wäre nun also ein Muster an Fanboyismus.
Es muss allerdings nicht immer so ablaufen. Manchmal wird auch der leisere, eher kontinuierliche Fanboyismus praktiziert. Hier spielen Ausdauer und Unbelehrbarkeit eine noch größere Rolle.
Hierbei darf man ruhig auch freundlich bleiben (muss dies aber nicht! Flaming ist auch hier erlaubt.).
Wichtig ist nur, das man jeden noch so kleinen aufkommenden Zweifel im Keim zu ersticken versucht, Bash-Orgien gegen das eigene Fandom mit einem "Ich weiß gar nicht, was ihr habt. XY ist doch so toll weil [hier schlechtes Argument eintragen]." unterbricht und reichlich Seitenhiebe gegen Artverwandte, aber eben längst nicht so tolle Fandoms verteilt. (Warum sollte man auch die Final Fantasy-Reihe mögen, wo die Tales of...-Reihe doch viel tollerer ist?) Ein bisschen bashen hier, ein bisschen trollen da... nur eben nicht nachlassen.

Was man also auch für ein Fanboy/-girl sein möchte... solange man die Punkte 1-3 hat, beherrscht und leidenschaftlich lebt, kann nichts schief gehen!

The class is dismissed! ^o^

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